Story Behind The Image: Downtown L. A. im Morgenlicht

Viele Bilder haben eine Geschichte. Manche haben eine lange, andere eine kurze. Manche Bilder sind für den Fotografen oder den Abgelichteten wichtig, weil er eine besondere Erfahrung oder ein Gefühl damit verbindet. Oder weil der Moment, in dem das Bild spontan aufgenommen wurde, ein besonderer war. Oder weil man lange auf dieses Bild hingearbeitet hat – oder weil alles anders kam, als geplant.

 

Es ist vier Uhr am Morgen, als wir jäh von lautem Alarm aus den Betten hochgerissen werden. Nach ein paar Sekunden wird uns bewusst: Das ist ein Feueralarm!

 

Ein paar Stunden früher:

Am Samstag abend, kurz vor 19 Uhr Ortszeit, setzt das Flugzeug sanft auf der Landebahn von Los Angeles auf und rollt langsam aus. Als wir den „großen Vogel“ verlassen, schlägt uns die Wärme förmlich ins Gesicht. Wir sind etwas geschafft von der langen Reise. Wir, das sind Aurelia, Daniel und ich, auf unserer Reise an der Westküste der USA (Kompletter Reisebericht: Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 folgt in Kürze). Es vergehen noch fast drei Stunden, bis wir mit allen Kontrolle und Anmeldungen fertig sind. Endlich sitzen wir in unserem Mietwagen. Uns fallen die fast die Augen zu; die halbstündige Fahrt zum Hotel durch die Stadt der gefallenen Engel wird zur Tortur. Der Jetlag schlägt voll zu! Kurz nach 22h sind wir endlich auf unserem Zimmer, jeder will einfach nur noch schlafen. Über 24 Stunden sind wir jetzt wach!, und auch auf das „Urlaubs-Ankunfts-Bier“ verzichten wir.  🙂

Es ist vier Uhr am Morgen, als wir jäh von lautem Alarm aus den Betten hochgerissen werden. Nach ein paar Sekunden wird uns bewusst: Das ist ein Feueralarm!

Blitzschnell springen wir in Hose und Shirt, schnappen uns Ausweise und Handys. Wir rennen raus auf den Gang des Hotels. Nach wenigen Metern kommt uns jemand vom Personal entgegen – und gibt Entwarnung: Fehlalarm, zum Glück. Zurück im Zimmer, sind wir hellwach. Was tun? Weiterschlafen? Aufstehen? Draußen ist es noch stockdunkel.

Aufstehen! Alle springen kurz unter die kalte Dusche, wir schnappen uns einen Teil unserer Fotoausrüstung und marschieren zum Auto. Im Forye treffen wir noch auf vier sichtlich gut gelaunte “firefighters”, mit denen wir uns unterhalten.

Mit dem Auto geht es auf der Vermont Canyon Road hinauf zum Griffith Observatory. Ein Parkplatz ist schnell gefunden; es ist noch immer dunkel. Vor uns ein wunderschöner Blick auf das nächtliche L.A. Wenig später dämmert es, und auf der dem Tal zugewandten Seite des Observatoriums genießen wir den Sonnenaufgang.

 

Downtown L. A. Downtown L. A.

 

Die Sonne steht erst knapp über dem Horizont, als ich mit meiner Mamiya 645 Super und dem 80mm f/2.8 auf Provia 100F diese Aufnahme mache. Wir sind noch nicht einmal 10 Stunden auf amerikanischen Boden, und schon haben wir einen wunderschönen Sonnenaufgang über L.A. vom weltberühmten Observatorium aus erlebt! Ich glaube nicht, dass das viele Urlauber von sich behaupten können – Danke Fehlalarm!

… jetzt aber erstmal: Frühstücken 🙂

 

 

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Nach ein paar Jahren Digitaltechnik, begann ich mich für die analoge Fotografie zu interessieren. Ich spezialisierte mich auf den analogen Schwarz-Weiß-Prozess, der auch aktuell meinen Schwerpunkt bildet. Hauptsächlich arbeite ich Mittelformat mit der Mamiya RB67 Pro SD und der Mamiya 645 Super, nutze aber auch eine 4×5 Inch Großformatkamera und diverse Minolta Kleinbildkameras. An der analogen Schwarz-Weiß-Fotografie reizt mich einerseits die Reduktion auf das Wesentliche, sowie die andererseits schier unendlichen Möglichkeiten die der Prozess bietet. Wenn ich in Farbe arbeite so fällt meine Wahl immer mehr auf Diafilm.