Mit der Rollei 35 & Fuji 100 durch Flämisch Zeeland

Die Rollei 35 war meine erste analoge Kamera und aus diesem Grund immer noch etwas Besonderes für mich. Aber auch rein objektiv betrachtet, ist sie der wohl beste Kompromiss aus Leistung und Packmaß unter meinen Kameras. Es gibt zwar eindeutig kleinere 35mm Kameras und ganz ohne Frage welche mit besserer Optik und auch sehr viel komfortablere Modelle aber die Kombination aus kleinem Gehäuse und dem super scharfen Rollei Tessar macht diese Kamera einfach nur Ideal für den Urlaub.

Also habe ich natürlich meine kleine Rollei 35 mit nach Flämisch Zeeland genommen und habe damit einen Fuji 100 verschossen. Dieser Film ist mir kurz vor den Ferien ins Auge gesprungen, als ich mal wieder die Filme der üblichen Onlineshops nach deren Preis sortiert habe. Dieser Farbfilm mit Sommerferien freundlichen 100 ISO ist zwar mit um die 6 Euro etwas teurer als Kodak Gold oder der Superia 200 der gleichen Marke, verspricht dafür aber weniger Korn. Da zu den Farben nichts gesagt wurde, war ich besonders gespannt.

Schon auf den ersten Bildern, welche ich noch im Ressort gemacht habe, zeigen sich die tollen Farben des Fuji. Obwohl ich der Fairness halber dazu sagen sollte, dass die hier gezeigten Bilder von der CD eines Großlabors stammen. Das bedeutet, dass die Regler für Farbsättigung und Schärfe wahrscheinlich etwas sehr großzügig bedient worden sind. Da am Ende aber das Ergebnis zählen sollte, nehme ich diese Bilder wie sie sind.

Zu meiner Überraschung, ist das „Fuji Grün“ diesmal gar nicht so ausgeprägt, was mir sehr gut gefällt. Was ich besonders mag, sind die weichen eher pastellartigen Sandfarben und die hellen Grautöne. Alles wirkt hell, fröhlich und sommerlich, naja es war auch mehr als genug Licht vorhanden. Zu diesem Bild sollte ich aber eventuell noch sagen, dass ich hier genug Zeit hatte gründlich zu fokussieren, was mit der Rollei 35 ja nicht immer ganz so einfach ist.

Denn die Rollei 35 gibt einem keinerlei Hilfestellung, was den Fokus angeht. Natürlich kann man die Entfernung einfach schätzen, was aber nicht immer ganz so gut gelingt. Alternativ kann man auch einen externen Entfernungsmesser verwenden. Davon besitze ich zwar einen aber dieser macht die Kompaktheit und Handlichkeit der Rollei 35 ziemlich schnell zu Nichte, besonders da er unter die Kamera geschoben werden muss. Also habe ich die Entfernung auf den ersten Bildern einfach mit den Beinen abgeschritten.

Aber was macht man, wenn dies nicht geht und es in der Stadt schnell gehen muss? Man lässt einfach die Hyperfokaldistanz für sich arbeiten und stellt die Rollei auf „8 ∞“. Dabei stellt man die Kamera auf Blende 8 ein und bewegt dann das Unendlich-Zeichen „∞“ auf der Entfernungsskala am Objektiv auf die 8 an der Schärfentiefenskala. Damit hat man bei der Rollei 35 und dessen 40mm Objektiv immer alles von Unendlich bis 4 Metern scharf.

Erst wenn etwas näher dran ist als 4 Meter, muss man nacharbeiten. Je nach Geschmack kann man auch leicht weiter in Richtung Nahbereich gehen. Denn je nach Motiv kann es schon mal ganz angenehm sein, wenn sehr weit entfernten Objekte leicht unscharf erscheinen. In diesem Bild kommt übrigens das „Fuji Grün“ wieder etwas stärker durch.

Mit einer so eingestellten Kamera, natürlich funktioniert der Trick auch mit anderen Kameras und Objektiven, könnt ihr euch, wie ich dann auch, ganz auf Komposition und Moment konzentrieren. Bei Stadtaufnahmen wie dieser ist es besonders wichtig für die Bildwirkung wo welche Personen stehen und was diese in etwa gerade tun. Die wichtigsten Personen sollten klar differenziert sein und nicht knäulartig durcheinander stehen.

Belichtet habe ich die Bilder übrigens mit einem alten Selenbelichtungsmesser. Dabei hat es bei dem Wetter vollkommen ausgereicht, einmal auf die graue Straße zu messen, um den richtigen Wert für den Rest unseres Ausflugs nach Sluis zu haben. Bei dieser Methode muss man nur noch dann die Verschlusszeit ändern, wenn sich ein Motiv offensichtlich im Schatten befindet oder sich die Witterung ändert. Wovon bei dem Wetter vor Ort aber kaum auszugehen war.

Allgemein kann man Straßenbelag, wenn er nicht offensichtlich zu dunkel oder hell ist, als riesige Graukarte auffassen, welche einem beim Finden der richtigen Belichtung gerne behilflich ist. Zwar hat die Rollei 35 einen eingebauten CdS Belichtungsmesser, dieser ist bei einem Exemplar aber leider defekt.

Zusammenfassend kann ich über den Fuji 100 sagen, dass man hier für ungefähr einen Euro mehr einen Film bekommt, welcher sein Versprechen mit dem geringeren Korn etwas zu sehr in den Vordergrund stellt und dessen eigentlicher Kaufgrund, gegen den Superia 200, eher die dezenteren und pastellartigeren Farben und die weniger auffällige Gründarstellung sind. Nur mit einigen Rottönen hat der Film so seine Probleme, denn sattes Rot wird einfach „normal“ dargestellt was komisch wirken kann. Bei Neon-Farben übertreibt der Film völlig.

Zur Rollei 35, kann man ich nur immer wieder sagen, dass man hier in einem kleinen Paket eine sehr gute Optik bekommt, was man aber mit dem Verlust von Komfort wie einer Fokushilfe bezahlen muss.

Danny

Wie sicher viele in meinem Alter damals, so um 2005, habe ich mit etwa 17 meine erste digitale Knipse bekommen. Um genau zu sein, eine echt grässliche Jaycam i6180 aus dem Teleshopping. 2008 gab diese dann leider den Geist auf und so bin ich auf eine um einiges bessere Samsung L200 umgestiegen, mit der ich aber auch eher sporadisch und meist im Urlaub fotografiert habe. Die wirklich Begeisterung für die Fotografie hat mich erst 2012 so richtig gepackt. Hauptsächlich ausgelöst natürlich durch Socialmedia im Allgemeinen und Instagram im Besonderen. Ich fand den Look der Bilder faszinierend, konnte mir aber kein Smart- phone leisten und so durchsuchte ich die Klamotten meiner Eltern nach einer angeblich noch vorhandenen Kamera. Und so fand ich eine alte Rollei 35 mit Tessar Objektiv, welche sofort mit auf den nächsten Urlaub kam. Als ich die Bilder das erste mal in der Hand hielt war ich begeistert von dem Look und vor allem auch von der Qualität. dany Da die Rollei zwar eine tolle Kamera ist aber ich mit dem Schätzen der Entfernung so meine Probleme habe, dauerte es keine paar Monate bis ich mit der Canon Av-1 und zwei Drittherstellerobjektiven in 50 und 135mm meine erste eigenen analoge Spiegel-refelxkamera besaß. Ab da an gab es natürlich auch später eine digitale Spiegelreflex- kamera aber die kommt meist wirklich nur zum Einsatz, wenn es gerade schnell gehen muss. Aktuell arbeite ich mit meiner neuen Yashica T3 und eine Mamiya RB67 will dringend ausprobierte werden.

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